Ihr Leitfaden für den roten Faden: So schaffen Sie eine Struktur für Ihre Texte

Der rote Faden – die innere Logik eines Textes – ist eine absolute Grundvoraussetzung, wenn Sie schreibend überzeugen wollen. Damit er nicht reißt, muss er sich konsequent durch den Text ziehen, sonst steigt der Leser aus. Leider ist es gar nicht immer so einfach, das durchzuhalten: Obwohl Sie eigentlich wissen, was Sie schreiben wollen, schweifen Sie mittendrin plötzlich ab, bringen Ihre Themen durcheinander oder kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen.

Eine Katze hat sich einen roten Faden um Kopf und Pfote gewickelt
Ups – das soll Ihnen beim Schreiben natürlich nicht passieren

Wie also finden Sie den roten Faden für Ihren Text? Und wie schaffen Sie es, ihn beim Schreiben nicht wieder zu verlieren? In dieser kleinen Anleitung zeige ich Ihnen, wie Sie Ihre Inhalte vor dem Schreiben strukturieren können.

Schritt 1: die Grobstruktur

Welche grundlegende Struktur Sie Ihrem Text geben, hängt vom Medium, dem Inhalt und dem Ziel ab.

Ein Roman hat eine andere Struktur als ein Blogartikel, der wiederum eine andere Struktur hat als eine wissenschaftliche Arbeit, welche komplett anders aufgebaut ist als eine Landingpage. Und jede dieser Textarten kann ihrerseits unterschiedlich strukturiert werden.

Fragen Sie sich also: Welche Struktur dient meinem Ziel? Brauche ich eine klassische Aufteilung in Einleitung, Hauptteil, Schluss? Eine Einteilung in Kapitel? Verschiedene Textblöcke? Eine Infografik? Die Details legen Sie hier noch nicht fest, an dieser Stelle geht es nur um das Konzept.

Schritt 2: Planung und Recherche

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, sollten Sie sich inhaltlich vorbereiten. Dazu beantworten Sie sich folgende Fragen:

  • Was will ich mit dem Text erreichen?
  • Wie schaffe ich das? Welche Informationen brauche ich dafür und wie muss ich sie aufbereiten?
  • Wer ist die Zielgruppe? Welches Wissen kann ich bei ihr voraussetzen? Was sollte ich erst erklären?
  • Welche Begriffe und Botschaften soll der Text enthalten?

Überspringen Sie diesen Schritt nicht. Sie müssen sonst später das Schreiben unterbrechen, um die Recherche nachzuholen – oder Ihrem Text fehlt es an Substanz und er wird nicht so gut, wie er sein könnte.

Schritt 3: Sinneinheiten erstellen

Hier nehmen Sie Ihre Grobstruktur aus Schritt 1 zur Hand und arbeiten sich vom Groben zum Feinen. Das bedeutet: Sie unterteilen Ihren Text in Sinneinheiten.

Ein Blogbeitrag zum Beispiel hat mehrere Teile: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Diese zerfallen in Absätze und diese wiederum in Sätze. Und Zwischenüberschriften brauchen Sie auch noch.

Das alles sind Sinneinheiten und jede davon muss nachvollziehbar sein – für sich genommen und im Zusammenspiel mit den anderen. Alles baut aufeinander auf.

Schritt 4: Sinneinheiten mit Inhalten verknüpfen

Den großen Sinneinheiten – wie Abschnitten und Absätzen oder Unterseiten und Textblöcken – weisen Sie nun ihren Inhalt zu.

Beispiel Blogtext:

  • Was muss in die Einleitung, was in den Hauptteil, was in den Schluss?
  • Was muss im ersten Absatz stehen, damit der Leser in den Text findet?
  • Was kommt danach?
  • Wofür ist es noch zu früh?
  • Wie sieht der Ausstieg aus?

Vergessen Sie nicht: Die Antworten müssen Sie aus der Sicht der Zielgruppe geben. Deren Vorwissen ist ausschlaggebend, nicht Ihr eigenes.

Wie genau muss ich hier sein?

Ein Patentrezept gibt es nicht: Sie können die Sinneinheiten so grob oder fein vorbereiten, wie es für Sie nötig ist. Manchen reichen ganz grobe Zuweisungen, andere fahren mit einer detaillierten Vorarbeit besser.

Sie haben die Sinneinheiten mit Ihren Inhalten verknüpft? Dann haben Sie jetzt Ihren roten Faden – und damit die Gefahr gebannt, dass ein Thema irgendwo landet, wo es nichts zu suchen hat.

Schritt 5: Schreiben

Jetzt geht es endlich ans Schreiben. (Hurra!)

Hier müssen Sie natürlich noch darauf achten, dass auch die Sätze sinnvoll aufeinander aufbauen – inhaltlich wie sprachlich. Das wird Ihnen mit Ihrem sorgfältig erarbeiteten Textgerüst leichtfallen.

Schritt 6: Überarbeiten

Ihr Text ist so weit fertig – Glückwunsch! Jetzt kommt noch der Feinschliff: 

  • Baut alles logisch aufeinander auf?
  • Ist für die Zielgruppe alles nachvollziehbar?
  • Sind Sprache, Stil und Tonalität einheitlich?
  • Ist der Text fehlerfrei und richtig formatiert?

Bei diesem abschließenden Schritt stellen Sie sicher, dass der rote Faden wirklich nirgendwo reißt. Wenn Sie ganz sicher sein wollen oder in Sachen Stil und Sprache nicht absolut fit sind, können Sie diese Aufgabe auch an ein professionelles Lektorat abgeben.

Eine getigerte Katze schläft neben einem rosa Wollknäuel
Sauber und ordentlich: So sieht auch der rote Faden in Ihrem Text aus, wenn Sie sich vorab einen sinnvollen Aufbau überlegen

Sie schreiben Websitetexte? Prüfen Sie doch mal, ob Sie in die Worthülsenfalle tappen. Und wenn Sie nicht nur inhaltlich und sprachlich, sondern auch visuell überzeugen wollen, erfahren Sie hier etwas über Textgestaltung.


Miriam Muschkowski

Wortschätzle

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