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Vor Substantivierungen, Passivsätzen und Worthülsen wird gerne gewarnt. Schlimm seien die, nämlich schlimm leserfeindlich, unschön und tot.

Was soll ich sagen? Es stimmt. Wenn Sie sympathisch und erfolgreich kommunizieren möchten, setzen Sie besser auf eine lebendige, aktive Sprache.

Ich habe schon einmal über dieses Thema geschrieben. Um Ihnen zu veranschaulichen, was ich meine, habe ich mir ein paar Beispiele für Sie ausgedacht.

Substantivierungen: sperrige Monster

Der Wegfall dieser zusätzlichen Materialkosten versetzt uns in die Lage, eine Ausweitung unserer Angebotspalette vorzunehmen.

Das ist steriler Beamtensprech, der weder Herz noch Hirn erfreut – denken Sie daran, wie Sie sich fühlen, wenn Ihnen eine Behörde schreibt. Das wollen Sie Ihren Lesern nicht zumuten.

Verwenden Sie stattdessen Verben und zeigen Sie Ihren Kunden, was Sie ihnen bieten:

Wir haben eine schöne Neuigkeit für Sie: Weil wir keine zusätzlichen Materialkosten mehr bezahlen müssen, können Sie bei unseren Sofakissen nun aus vielen weiteren Stoffen wählen.

Das klingt doch gleich viel freundlicher und positiver.

Passivkonstruktionen: Machen Sie sich nicht unsichtbar

Wenn nicht wichtig ist, wer etwas tut, ist das Passiv okay: Das Schwimmbad wird im Winter renoviert.

Wenn Sie prägnante Texte schreiben möchten, die Ihre Leser direkt ansprechen, verwenden Sie aber besser aktive Formen. Schreiben Sie nicht:

In letzter Zeit sind viele E-Mails mit Produktanfragen bei uns eingegangen, deshalb wurde unser Kissenangebot erweitert.

Jetzt wissen Ihre Kunden zwar, dass sie aus einem größeren Angebot wählen können – aber sind sie auch schon gespannt auf die neuen Kissen? Wie wäre es damit:

Wir haben uns Ihre Wünsche zu Herzen genommen: Ab sofort können Sie unsere Kissen in vielen weiteren Formen und Farben bestellen.

Herr W. Underschön – ein großer Fan stimmiger Inneneinrichtung – freut sich sehr über die Neuigkeit und sucht sofort nach neuen Sofakissen, die zu seinen Vorhängen passen.

Füll- und Blähwörter: aufgeblasene Wichtigtuer

Füllwörter sind heimtückische kleine Schlingel: Sie relativieren Ihre Aussage oder machen sie durch Übertreibung unglaubwürdig. Prüfen Sie deshalb, ob Ihr Text ohne Füllwörter nicht besser klingt.

Typische Füllwörter sind eigentlich, ein bisschen, ziemlich, sozusagen, gewissermaßen, total, wirklich, extrem.

Blähwörter tun groß und wichtig, aber ihre schlichten Geschwister sind die bessere Wahl:

  • Hilfe statt Hilfestellung
  • Problem statt Problematik
  • Thema statt Thematik
  • Frage statt Fragestellung
  • Ziel statt Zielsetzung

So verbessern Sie Ihre Texte

Überprüfen Sie Ihre Texte auf unnötige Substantivierungen, Passivsätze und Füllwörter und befreien Sie sie davon. Überlegen Sie, wie Sie gerne angesprochen werden möchten, und formulieren Sie Ihre Botschaft entsprechend.

Tipp: Vergleichen Sie Ihre Texte ruhig mit anderen, die Ihnen gut gefallen. Dabei gilt: Lassen Sie sich inspirieren, aber schreiben Sie nicht ab. Bleiben Sie sich treu und damit glaubwürdig.

Miriam Muschkowski

Miriam Muschkowski

Griffelspitzerin vom Dienst. Damit Ihre Texte für Sie sprechen.

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