Weil ich nicht jeden Satz dreimal lesen will. Ist das nicht mein Ding.

Kürzlich stieß ich in der ZEIT auf eine Anzeige der Commerzbank. Abgebildet war eine junge Läuferin und in der Anzeige stand: Weil Deutschland eine Bank braucht, die nicht einfach so weitermacht. Sind wir die Bank an Ihrer Seite. So stand es dort. Aufgrund des Satzbaus erwartete ich beim Lesen aber ein Fragezeichen am Ende des zweites Satzes: Sind wir die Bank an Ihrer Seite?

Fotografie eines Werbeplakats der Commerzbank von 2012
Ich finde es irritierend. Ja, Werbung darf irritierend sein – aber das ist mir etwas zu viel des Guten.

Ich las die beiden Sätze erneut und kam zu dem Schluss, dass diese lesefeindliche Konstruktion wohl Absicht ist und besonders originell sein soll. Offenbar hatte die Bank beziehungsweise die beauftragte Werbeagentur den alten Claim Die Bank an Ihrer Seite aus der Schublade geholt und wiederverwertet. Auf der Website der Commerzbank werden abwechselnd unterschiedliche Werbebilder eingeblendet, alle nach obigem Schema betextet. Die kreative Freiheit nimmt eben nicht immer Rücksicht auf die Grammatik. Ich finde das Ergebnis in diesem Fall sehr unschön. In der örtlichen Zweigstelle der Commerzbank scheint man das ähnlich zu sehen. Dort hängt ein Werbeplakat im Fenster, auf dem steht: Deshalb sind wir die Bank an Ihrer Seite.


Miriam Muschkowski

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