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Wir haben das große Glück, dass vor unserem Einzug der Vormieter des Grauens in unserer Wohnung gelebt haben muss. Wie sich herausstellte, ist dieser Mensch ein begeisterter Anhänger der Do-it-yourself-Bewegung. Bedauerlicherweise ist er offenbar aber auch sehr untalentiert, was die Ausführung handwerklicher Arbeiten angeht. Während wir uns einrichten, taucht daher immer mal wieder ein neues Meisterwerk auf.

Die bisherige Ausbeute lässt hoffen: Kürzlich informierte uns unser Elektriker darüber, dass eine der beiden Buchsen in unserem Arbeitszimmer für den Anschluss einer Multimediadose nicht mehr brauchbar sei. Der Grund: Der vorige Bewohner habe die Buchse unsachgemäß modifiziert, und zwar so, dass man sie am besten nie wieder anfassen sollte. Auch von einem defekten Lampenanschluss war der Handwerker nicht angetan. Hier sei der Vormieter bei der Verlegung der Kabel so stümperhaft vorgegangen, dass eine defekte Lampe gereicht hätte, um einen Brand auszulösen.

Eine eher amüsante Episode trug sich erst gestern zu: Der Vormieter hatte in eines der Zimmer einen zusätzlichen Fernsehanschluss für den Empfang via Satellit gelegt. Als wir den vorhandenen Stecker gegen einen für den Kabelempfang austauschen wollten, stellten wir fest, dass das letzte Stück des Kabels nur aus der Ummantelung bestand – das Innenleben fing erst etwa fünf Zentimeter später an. Wir konnten nicht anders, als uns hilflos kichernd der Vorstellung hinzugeben, wie unsere Vormieter jahrelang vergeblich versucht haben müssen mit diesem Anschluss das Fernsehprogramm zu empfangen.

Unser absolutes DIY-Highlight erwartete uns jedoch im Arbeitszimmer: Dort hatte der gute Mann einen Spiegel mit Silikon an die Wand geklebt (!). Als wir das Ding endlich entfernt hatten, bestand der Spiegel nur noch aus Scherben (die uns bisher kein Glück gebracht haben) und die Wand sah aus, als hätte ein Kind mit Bleikugeln Pingpong dagegen gespielt.

Wir verkünden somit:

Der Pfuscherpreis des Jahres geht konkurrenzlos an Mr. Vormieter! Die Laudatio hält unser Elektriker: „So was hab ich während meiner gesamten Laufbahn noch nicht gesehen!“ Applaus, Applaus!

Im Ganzen betrachtet müssen wir aber wohl trotz allem dankbar sein, denn immerhin haben wir keine geblümten Tapeten aus der Brigitte-Kollektion an unseren Wänden. Dieses Schicksal ereilte jüngst einen Freund, dem seine Vermieter „etwas Gutes“ tun wollten …

Miriam Muschkowski

Miriam Muschkowski

Griffelspitzerin vom Dienst. Damit Ihre Texte für Sie sprechen.

Ein Kommentar

  1. Lieber die Brigitte-Kollektion an der Wand als den Tod durch die nächste Steckdose zu finden!